Die „Schülermitverantwortung“ des Gymnasiums Karlsbad trifft sich jährlich zu Schuljahresbeginn für eineinhalb Tage im Naturfreundehaus in Dietlingen, um anstehende Veranstaltungen oder Anschaffungen zu organisieren und ein Programm für das kommende Jahr festzulegen und vorzubereiten. Dieses soll eine Abwechslung zum Schulalltag darstellen und umfasst viele Bereiche, welche von der Verbesserung des Schulklimas, über die Gestaltung des Schulgebäudes, außerunterrichtliche Angebote für die Schüler bis hin zu Sozialpolitik und verschiedene Projekte reichen, welche zur Aufklärung der Schüler oder zur Repräsentation der Schule dienen.

Mit diesen Veranstaltungen tritt die SMV einerseits in Kontakt zu anderen Schülern, andererseits in Kontakt zur Schulverwaltung und den Lehrern, ohne welche viele Projekte nicht realisierbar wären.

Die diesjährigen Planungstage fanden an den beiden letzten Schultagen vor den Herbstferien statt, und trotz oder vielleicht auch aufgrund der Tatsache, dass an diesen Tagen noch viele Klausuren geschrieben wurden, folgten 23 SchülerInnen der Klassenstufen 8 bis 12 der Einladung der Verbindungslehrer Herr Kumaus und Herr Zech.
Nach einigen Startschwierigkeiten, da einige Schüler nicht ganz pünktlich erschienen, begannen wir nach kurzer Inspektion des Hauses und der näheren Umgebung doch recht zeitig mit einer Kennenlernphase, da viele Gesichter neu waren und damit das erste Mal am Seminar teilnahmen. Die von den frisch gewählten Schülersprechern Leander Löber und Santino Anderer initiierten Spiele sollten dieses Kennenlernen ermöglichen und die Stimmung für die vielen Debatten und Diskussionsrunden, welche den Tag über folgen sollten, auflockern.

Gestärkt mit Kaffee und Lebkuchen startete man also das Seminar, die beiden Lehrer klärten über die Arbeit der SMV auf und gelungene Projekte bzw. misslungene Aktionen im letzten Jahr wurden reflektiert. Im weiten Verlauf des Tages wurden die großen Themenblöcke aufgestellt, in einzelne Ressorts unterteilt, welche man in Kleingruppen weiter besprach, sich auf einzelne Projekte spezialisierte und die Umsetzung im Verlauf des Schuljahres plante.

So sollen im Verlauf des Schuljahres zum Beispiel der Welt-AIDS-Tag und die Unterstufendisco wieder eingeführt, schon Vorhandenes wie der Ski-Tag und der Wassereisverkauf beibehalten und vor allem Soziale Projekte, wie eine Kooperation mit der Partnerschule des Gymnasiums, der Ludwig-Guttmann-Schule für Körperbehinderte in Langensteinbach, realisiert werden. Während zahlreichen Wiedereinführungen, dem Fortbestehen und mehreren Pilotprojekten, wurden aber auch Projekte wie der Rosenverkauf am Valentinstag, die das letzte Jahr auf wenig Interesse stießen, verabschiedet.

Diese Gruppenarbeitsphase wurde von mehreren Pausen, in denen draußen vor dem Haus das Volleyballfeld in Beschlag genommen wurde, und dem Mittagessen, einer herzhaften Maultaschensuppe, welche die Schüler selbst zubereiteten, unterbrochen. Für nach der Mittagspause hatten sich die beiden Lehrer einige kreative Vertrauensübungen ausgedacht, welche mithilfe von Augenbinden im Wald hinter dem Haus umgesetzt wurden. Zuerst führte der Eine sehend seinen blinden Partner mithilfe von Rufen und Berührungen einige Hundert Meter weit, und nachdem diese Aufgabe gewechselt wiederholt worden war, setzten sich alle Augenbinden auf und wurden von einer Schülerin an einem langen Seil sich festhaltend durchs Laub und Gestrüpp geführt. Nach gelungener Mission spazierten wir noch entlang von Weinreben und Höfen eine halbe Stunde, beschienen von der wärmenden Herbstsonne, durch die schöne Natur des Nordschwarzwalds.

Nach einer Kaffeepause mit selbstgebackenen Kuchen und weiteren intensiven Arbeitsphasen, fand das diesjährige Seminar einen Höhepunkt im Abendessen (Käsespätzle mit Zwiebeln und Salat) und die einzelnen Ressorts stellten ihre Ergebnisse und Planungen der großen Gruppe vor. Hier schon einmal anzumerken wäre die Wahl von drei Vertrauensschülern: Julius Csernalabics, Leandra Rohnacher und Celine, die ab nun regelmäßig eine Freistunde anbieten für Gespräche mit Schülern, die Probleme lieber gegenüber Gleichaltrigen und nicht bei Lehrern ansprechen wollen. Termine werden voraussichtlich am SMV-Brett aushängen und die drei Schüler stellen sich in einer Montagsdurchsage kurz der Schülerschaft vor.

Der Abend wurde dann mit Dunkelverstecken, Gesellschaftsspielen in gemütlicher Runde und Gitarrenspiel ausklingen gelassen.
Zum Leidwesen der Langschläfer und derer, die sich noch recht lange die Nacht um die Ohren geschlagen hatten, wurde schon um 7.30 Uhr geweckt, um pünktlich eine halbe Stunde später frühstücken und danach noch die restlichen Programmpunkte ansprechen und diskutieren zu können.
Gegen 11 Uhr ging dann der Hausputz in seine heiße Phase und wir machten uns bereit, das Haus eine Stunde später wieder verlassen zu können. Während drinnen noch Toiletten geschrubbt wurden, trafen sich die schon Fertigen draußen auf dem Volleyballfeld für ein letztes Spiel.

Ab 12 Uhr trafen dann in regelmäßigen Abständen die Eltern ein, um ihre Kinder abzuholen.

Alles in allem zwei gelungene Tage, die zwischen intensiven Arbeitsphasen auch Raum zum Kennenlernen untereinander und für diversen Spaß ließen. Die SMV ist eine große Familie, die sich für die Schülerschaft des Gymnasiums Karlsbad einsetzt und von der es dieses Jahr noch hoffentlich Diverses zu hören gibt und die weitere Mitglieder gebrauchen kann. Wir freuen uns auf euch!

Santino Anderer, Klasse 11A

smv seminar 2015