Monika Nolte berichtet in ihrem Dankesbrief an die Paten und Unterstützer des Vereins aus Nicaragua.

Hilfe des Gymnasiums Karlsbad für Kinder und Jugendliche in Nicaragua e.V.
Am Schelmenbusch, 76307 Karlsbad

Was zählt die Eroberung Trojas gegen die Erfindung des Alphabets? (Walter Jens)

Liebe Paten, liebe Freunde unserer Nicaragua-Hilfe,                 4. Februar 2016

in dieser ersten Februar-Woche hat in Nicaragua nach den langen Sommerferien die Schule wieder begonnen. Schwester Vida schreibt, unsere Kinder hätten sich schon sehr darauf gefreut, nicht zuletzt weil sie neue Sachen dafür bekamen: Hefte, Stifte, Schuluniformen (weißes Ober-/blaues Unterteil). In den letzten Ferienwochen übten sie Rechnen, Schreiben und Lesen, um sich beim Wiederbeginn des Unterrichts möglichst „sicher zu fühlen“. Schule ist ja für sie eine willkommene Erweiterung ihres Lebensraumes: heraus aus dem Heim, Begegnung mit anderen Kindern und Erwachsenen, neue Anregungen.

Alle von uns in Bluefields und San Pedro geförderten Kinder haben ihr Klassenziel erreicht.

bild1

Bild2

Linkes Foto: In San Pedro erhielten drei unserer Kinder sogar eine besondere schulische Auszeichnung (ein Kind fehlt).

Das rechte Foto macht den Kontrast deutlich: Im Regenwald-Dorf San Pedro sind die meisten Erwachsenen Analphabeten und zudem bitter arm.

 

 

In Bluefields musste ein „Schulversuch“ abgebrochen werden: Die kleine Francis, die vor etwa einem Jahr in unserem Mädchenheim „abgegeben“ wurde, begann altersgerecht (6 Jahre) die erste Klasse. Bald zeigte sich aber, dass sie nicht schulfähig war: Sie sprach kaum, begriff überhaupt nicht, was „Schule“ ist. Sie braucht noch Zeit – kein Wunder, wenn man ihre Geschichte erfährt: eine minderjährige Mutter, die mit einem anderen Mann längst „über alle Berge“ ist – ein Vater, der inzwischen eine andere Frau hat und von seiner Tochter nichts wissen will – eine Ziehmutter, die schon alt ist und unter Arthritis leidet. Die Schwestern nahmen Francis auf, damit sie nicht schon wieder eine Zurückweisung erfährt!

Im Mädchenheim in Bluefields gab es noch weitere Veränderungen: Drei Kinder wurden von Verwandten wieder „nach Hause“ geholt, was die Schwestern immer mit Sorge sehen. Sie trösten sich damit, dass die Mädchen immerhin eine elementare Schulbildung erhalten und einige Jahre lang eine familienähnliche Atmosphäre erlebt haben. Wir
können nur hoffen, dass ihnen diese Erfahrungen später einmal Orientierung geben können.

Mehr als einmal wurde auch gefeiert: Zuerst beging Reyneri , dann Eneida ihren 15. Geburtstag, der in Nicaragua einen hohen Stellenwert hat. Ab 15 gilt ein Mädchen als heiratsfähig und wird an diesem besonderen Tag als schöne „senorita“ präsentiert. Eneida verlegte ihre Geburtstagsfeier auf den Tag ihrer Firmung, sodass daraus ein wunderschönes Doppelfest wurde, das die Kleinen und Großen, etliche andere Betreuer und sogar den Pfarrer miteinbezog. Die Fotos zeigen die allgemeine Freude.

Bild3 Bild4Bild5

Links: Reyneri, Mitte: Eneidas Firmung, rechts: Die Kleinen vor Eneidas Geburtstagskuchen

Liebe Paten,

wenn wir Ihnen hiermit Ihre Spendenbescheinigung für 2015 zusenden, so hat das nicht nur eine Funktion für Sie und Ihr Finanzamt, sondern darin „steckt“ auch unser ganz großer

DANK

für Ihre treue Finanzhilfe. In einer Zeit, in der jeder von uns mit Spendenbitten geradezu überschwemmt wird, wissen wir Ihre Zuwendung hoch zu schätzen!

Ihnen und Ihren Familien herzlich ein gutes neues Jahr!

Mit freundlichen Grüßen

Monika Nolte

(1. Vors.)