Am Schelmenbusch. 76307 Karlsbad

Januar 2015

Liebe Paten, liebe Freunde unserer Nicaragua-Hilfe,

wenn wir Ihnen hier Ihre Spendenbescheinigung für 2014 mit herzlichem Dank
übersenden, vertrauen wir darauf, dass Sie dies nicht als bloße Floskel und Formsache verstehen. Jeder Cent und jeder Euro, den Sie gespendet haben, wird ernsthaft gebraucht und sorgt Tag und Nacht für das Wohlergehen und das schulische Weiterkommen „unserer“ Kinder. DANKE!

Jetzt im Januar sind in Nicaragua große Ferien. Viele Kinder arbeiten zur Zeit zusammen mit den Erwachsenen von früh bis spät auf den großen Kaffeefarmen: Das Pflücken der Kaffeebohnen ist für viele armen Familien die beste Einnahmequelle im ganzen Jahr.
Das mag auch für viele unserer Kinder im Dorf San Pedro del Norte zutreffen. „Unsere“ Schüler/innen dort (z. Zt. rund 30) haben ihr Schuljahr mit Erfolg abgeschlossen und sind in die nächste Klasse versetzt – ein schönes Ergebnis. Im November 2014 war im „Schulgebäude“ der Schwestern Großputz. Der einfache Holzbau mit Untergeschoss wurde gründlich gereinigt und Türen, Fenstergitter und Pulte erhielten einen neuen Anstrich – alles in Eigenarbeit. Dabei erhielten die Schwestern Unterstützung durch etliche Mütter aus dem Dorf – diese aktive Mitverantwortung der Armen ist ein gutes Zeichen!

Sr. Vida berichtet, dass sich seit einiger Zeit in San Pedro und Umgebung „eine Welle der Gewalt“ ausgebreitet habe.: Es gibt Unruhen und Gewaltexzesse, etliche Jugendliche sind Alkohol und Drogen verfallen. Viele laufen von zu Hause weg, darunter 12- und 13-jährige Mädchen. Dazu passt, was mir meine Freundin aus Nicaragua berichtet: Im Norden des Landes haben sich in den letzten Jahren bewaffnete Gruppen gebildet, die marodierend und mordend durchs Land ziehen – wohl auch eine Folge der Unzufriedenheit mit der diktatorischen Regierung des Landes.
Das lässt ahnen, welch eine „Oase“ die Niederlassung unserer Schwestern ist: nicht nur für die Kinder, die dort nachmittags betreut werden, sondern auch für den ganzen Ort. Nur auf Grund unserer Spenden können sie dieses kleine Zentrum aufrecht erhalten.

Die Mädchen im Heim „Santa Clara“ in Bluefields (die ich seit meiner Reise vor einem Jahr alle persönlich kenne) machen gute Fortschritte. Mit Beginn des neuen Schuljahres im Februar wird Olguita, die bisher Jüngste, eingeschult, und von den Größeren werden die nächsten zwei zur weiter führenden Secundaria wechseln.
Diese Entwicklung ist wirklich ein Grund zur Freude: Die Mädchen können auf jeden Fall schon mal lesen und schreiben und es besteht Hoffnung, dass es in diesem Sinne weiter geht ...

Reyneri, 14 Jahre alt, bekam im Sommer Besuch von ihrer Mutter, die seit Jahren als Kaffeepflückerin (illegal) in Costa Rica arbeitet. Die Mutter wollte sie zu sich holen – die Schwestern hätten sie nicht daran gehindert. Obwohl es Reyneri emotional schwer fiel – sie liebt Mutter und Brüder, der Vater ist unbekannt – sagte sie Nein: Sie wolle lieber lernen und dann einen Beruf ergreifen. Diese ganz eigene Entscheidung macht Hoffnung: wenn der Wille zu lernen und das Ziel einer besseren Zukunft nicht von außen kommen, sondern von den jungen Menschen selbst!

Reyneri würde sicher Beifall finden bei Malala Yousafzai, der jungen Pakistanerin, die seit Jahren dafür eintritt, dass alle jungen Menschen, besonders auch Mädchen, das Recht auf Schule und Ausbildung haben sollten.
Bekanntlich wurde sie durch den Kopfschuss eines Talibankämpfers schwer verletzt, lebt seitdem in England und erhielt im Dezember 2014 den Friedens-Nobelpreis. Was sie in einem „Zeit“-Interview sagte, könnte auch ein Motto für unsere Nicaragua-Hilfe sein:

„Wir brauchen Menschen, die verstehen, wie wichtig Bildung ist. Menschen, die nicht alles Geld für Waffen und Krieg ausgeben. ... Du kannst Terrorismus nicht mit Panzern und Pistolen bekämpfen, sondern nur mit Wissen.“
(In: Die Zeit 46/18.September 2014).

DANKE , dass Sie durch Ihre Spenden dabei mithelfen!
Wir wünschen Ihnen ein gutes neues Jahr!

Monika Nolte
(1. Vorsitzende)