Die Projekttage im vergangenen Schuljahr haben wir mit einem Schulfest am 28. Juli bei schönem Wetter abgeschlossen, bei dem eine fröhliche, quirlige Stimmung auf dem ganzen Schulgelände herrschte. Wir danken allen Besuchern, die sich für die Ausstellungen, Vorführungen oder Aktionen interessierten und auch dem einen oder anderen kulinarischen Genuss sehr zugetan waren.

Nochmals geht ein großer Dank auch an alle Klassen und Lehrer/innen, die mit vollem Einsatz dieses Fest erst ermöglicht haben - und das bis zuletzt, denn auch das Aufräumen lief reibungslos! Wir als Schulgemeinschaft durften nicht nur schöne, erinnerungswürdige Momente auf dem Schulfest erleben, sondern wir freuen uns sehr, dass wir dabei einen Gewinn von 2 568,36 Euro erzielen konnten, den wir komplett dem Nicaragua-Verein übergeben haben. Eine tolle Summe, die auch den Schwestern und Kindern in San Pedro del Norte und Bluefields Freude bringen wird!
Der Nicaragua-Verein berichtet (Stand: Sept./Oktober 2015):

Im Dorf San Pedro del Norte können zur Zeit rund 40 Kinder, die aus ärmsten Verhältnissen stammen, nur auf Grund unserer Spenden zur Schule gehen. Ihre elementare Bildung (Lesen, Schreiben, Rechnen, etwas Natur- und Landeskunde) entwickelt sich nach unseren Maßstäben auf bescheidenem Niveau, aber sie bewirkt doch eine allmähliche Veränderung: Viele Erwachsene im Ort können nicht lesen und schreiben, doch ihre Kinder erwerben nach und nach diese Fähigkeit. So bekommen sie die Chance, später einen Beruf zu erlernen und der drückenden Armut und dadurch bedingten Abhängigkeit zu entkommen. Drei „unserer“ geförderten Kinder haben in diesem Schuljahr besonders gute Leistungen gezeigt und durften deshalb bei einem nationalen Fest die Fahne tragen – eine Auszeichnung, die im Ort viel gilt. Die Bewohner konnten es erleben: Es „lohnt sich“ und bringt buchstäblich „Ansehen“, wenn ihre Kinder in die Schule gehen.

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Im Mädchenheim in Bluefields gab es einige Veränderungen. Drei Kinder wurden zum Bedauern der Schwestern von Verwandten wieder „nach Hause“ geholt, was für ihre Zukunft nichts Gutes verheißt: Die begonnene Schulausbildung wird meist abgebrochen, die Mädchen werden früh verheiratet und/oder bekommen Kinder. Die betreuenden Schwestern sehen das jedes Mal mit Sorge, können und wollen aber die Mädchen nicht mit Zwang halten.

Im Dezember 2014 kam die 11-jährige Zenelia neu ins Heim. Ihr Vater sitzt wegen einer Mordtat im Gefängnis, die junge Mutter kümmerte sich nicht um das Kind. Zunächst wuchs sie bei den Großeltern auf, bis diese ermordet wurden. Zenelia kam bei einer Tante unter, wurde dort aber derart schlecht behandelt, dass es einer anderen Verwandten auffiel. Sie veranlasste, dass sie in “unser“ Heim kam. Man kann nur ahnen, was ein solches Kind hinter sich hat! Zenelia hat sich gut eingelebt und besucht eine Spezialklasse in Bluefields, wo Ältere lesen und schreiben lernen. Schwester Vida schreibt, dass sie gut lernt, nur Mathematik falle ihr schwer!

Seit dem Frühjahr 2015 ist die 6-jährige Francis da. Als sie noch ganz klein war, ging Ihre Mutter mit einem Mann (der nicht Francis‘ Vater war) einfach davon. Der Vater hatte sich inzwischen mit einer anderen Frau zusammengetan und wollte von seinem Kind nichts wissen. So standen auf einmal Tante und Großmutter vor der Tür der Schwestern und gaben das Kind einfach ab. Francis begann in die erste Klasse zu gehen, doch sie sprach nicht und konnte nicht begreifen, was sie in der Schule sollte. Inzwischen ist klar: Sie braucht noch ein Jahr Schonzeit, um sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden und „schulreif“ zu werden.

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Solche erschütternden Kinderschicksale zeigen: Unsere Geldspenden sind nicht nur notwendig, um diesen Kindern Unterkunft, Nahrung und Schulbildung zu ermöglichen, sondern auch einen friedlichen Lebensort, in dem wichtige Verhaltensweisen erlebt und eingeübt werden können: keine Gewalt, sondern gegenseitige Rücksichtnahme, Verständnis, Fürsorge.

Jedes der Kinder, das vom Gymnasium Karlsbad unterstützt wird, hat eine schwere Vergangenheit hinter sich, aber – so hoffen wir – eine bessere Zukunft vor sich! Erfüllt von dieser Hoffnung sagen wir – der Nicaragua-Verein – allen Spendern HERZLICHEN DANK!

Das Organisationsteam (Grau, Kiefer, Rug, Veh, Zeitler) und Monika Nolte