Die Schulseelsorgerin Frau Regine Coens führt Einzelgespräche und arbeitet mit Gruppen oder Klassen in Krisensituationen in einem abgegrenzten Rahmen von maximal drei Treffen:
- Eltern-Kind-Konflikte
- Mobbing
- Freundschaften in der Schule
- Trauerbewältigung

Für die Seele sorgen...

1. Was ist Schulseelsorge?

Der Versuch einer Definition „Schulseelsorge ist ein durch den christlichen Glauben motiviertes und von den christlichen Kirchen getragenes offenes Angebot an alle Menschen im Lebensraum Schule." Sie richtet sich somit an alle Schülerinnen und Schüler, an Lehrerinnen und Lehrer, an alle in der Schule Mitarbeitenden und an alle Eltern. Sie hat ihren Ausgangspunkt im Religionsunterricht und ergänzt diesen durch weitere Angebote. Schulseelsorge bietet somit ein offenes Ohr, qualifizierten Rat, Hilfe und religiös-ethische Begleitung in den Herausforderungen des täglichen Lebens. Damit leistet sie einen unverwechselbaren Beitrag zu einer lebendigen und nachhaltigen Schulkultur. (vgl. Konzeption Evangelische Schulseelsorge der evangelischen Landeskirche in Württemberg, August 2007,S2) Ihre Handlungsprinzipien sind:

  • Freiwilligkeit,
  • Wertschätzung und Annahme der Person
  • Verschwiegenheit und Vertrauensschutz
  • Ökumenische Offenheit und Gastfreundschaft

2. Warum Schulseelsorge?

Statistisch gesehen sind etwa ein Fünftel aller Schülerinnen und Schüler als verhaltensauffällig zu bezeichnen. Bis zur Pubertät sind mehr Jungs als Mädchen betroffen, ab dem 14. Lebensjahr steigt der Anteil der Mädchen, der der Jungen nimmt ab. Verhaltensauffälligkeiten sind oft sozial und familiär bedingt. Schule kann hier eine Chance sein, die seelische Widerstandskraft der Jungen und Mädchen zu stärken, sie kann aber auch die inneren Nöte der Jugendlichen vergrößern. Insofern ergibt sich die Notwendigkeit der Schulseelsorge aus der Veränderung der Schule von einem Lern- hin zu einem Lebensraum im Kontext der Schulentwicklung. Des weiteren ergibt sie sich aus der Situation, dass viele Kinder und Jugendliche für viele Lebensthemen, besonders für existenzielle und religiöse Fragen, keinen Gesprächspartner mehr haben. Angesichts der zunehmenden Orientierungslosigkeit angesichts der Wertepluralität in unserer Gesellschaft tut es gut Begleitung und Hilfe von außen zu erfahren und in Anspruch nehmen zu können. Schulseelsorge ist somit auch ein wesentlicher Bestandteil der Krisenintervention.

3. Was bietet Schulseelsorge am Gymnasium Karlsbad?

  1. Seelsorgerliche Elemente im Religionsunterricht wie Stilleübungen, Meditation, Rituale zu Stundenbeginn und Stundenende bzw. am Anfang und Ende des Schuljahres
  2. Besinnungen, Andachten und Gottesdienste im Advent, zu Weihnachten, zum Ende des Abiturs und zum Schuljahresende
  3. Begleitung und Beratung in Einzelgesprächen
  4. Begleitung in Krisen- und Grenzsituationen durch erprobte Rituale und Methoden
  5. Kollegiale Beratung durch eine vernetzte Zusammenarbeit mit Klassen-, Beratungs- und Vertrauenslehrern sowie der Schulleitung, kirchlicher und professioneller Einrichtungen

4. Zu guter Letzt

Schulseelsorgerliche Arbeit ist ein durch den christlichen Glauben motivierter Dienst der Christlichen Kirchen. Sie geschieht als Praxis des Evangeliums, ist weder plan- noch berechenbar und muss nicht zwangsläufig religiöse Inhalte zum Thema haben oder in einem Gebet münden. Sie hat ihr Eigenprofil, somit kann es zu keiner Verwechslung mit psychologischer Beratung oder Sozialarbeit kommt.

Schulseelsorge heute steht vor großen Herausforderungen, bietet aber auch die Chance mit jungen Menschen wieder ins Gespräch zu kommen und sich ihnen anders zuzuwenden, als dies im normalen Schulalltag möglich ist, der von der Lehrer - / Schülerrolle geprägt wird. Sie ist ein Aufgabenfeld, das getragen wird vom gegenseitigen Vertrauen und muss langsam wachsen. Dafür ist es notwendig, dass sie ein verlässliches und kontinuierliches Angebot darstellt. Dabei darf sie sich nicht nur auf die Begleitung und Beratung einzelner Schülerinnen und Schüler, bzw. einzelner Lehrerinnen und Lehrer oder Eltern beschränken. Sie sollte vielmehr auch die Klasse, das Kollegium, die „Schulgemeinde" als Ganzes im Blick haben und somit ihren Beitrag leisten zu einer humanen und Gemeinschaft fördernden Schule.