Elf Jahre schon existiert Platypus – und inzwischen wissen nur noch die wenigsten Schüler und Lehrer um die Anfänge der Schülerfirma.

In einem Projekt zusammen mit TheoPrax am Frauenhofer Institut entwickelten Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Karlsbad das Konzept einer Firma, die theoretisch gegründet und betrieben werden könnte. Warum sollte nun aber dieses Projekt, das mit viel Aufwand betrieben wurde, in einem Ordner verschwinden?

So beschlossen die Schülerinnen und Schüler, die Theorie in Praxis umzusetzen. Sie eröffneten im Juli 2001 im Aulakomplex den Schulkiosk mit ihrer neugegründeten Firma Platypus. Die anfängliche Geschäftsform einer Schein-Aktiengesellschaft, die an ihre Aktionäre kleine Wertpapiere ausgab, wurde jedoch bald aufgegeben; sie hatte sich als unpraktisch erwiesen. Obwohl der Name dies vielleicht suggeriert, ist eine „Schülerfirma“ keine Geschäftsform, für die andere Regeln gelten als für eine „normale“ Firma. Die volle Haftung für das Gelingen lag bei den SchülerInnen und Frau Rauschnabel, die Platypus seit den Anfängen betreut.

Daher wurde Platypus als wirtschaftlicher Zweckbetrieb an die Fördergemeinschaft angegliedert. Das hat zur Folge, das die Gewinne der Födergemeinschaft zugute kommen, sie aber auch die Haftung für die Firma trägt.

Bei Abschluss des Geschäftsjahres 2008 konnten wir so erfreulicherweise wieder einen Betrag von 2000 Euro an die Fördergemeinschaft überweisen.

2005 erfolgte die nächste große Veränderung mit dem Umzug des Kiosks in die jetzigen Räumlichkeiten. Im darauf folgenden Schuljahr betrieben wir zusätzlich die neue Mensa, gaben diese Aufgabe allerdings nach Ablauf des Jahres wieder ab.

Geblieben ist der Kiosk, an dem wir inzwischen neben belegten Brötchen, Pizza, Obst, Getränken und Süßigkeiten auch Schreibwaren verkaufen.

Nach wie vor betreibt Platypus seinen Cateringservice. Zu Anlässen verschiedenster Art wurden in den letzten zwei Jahren wieder Bewirtungen ausgerichtet. Im Sommer 2007 hat Platypus bei der großangelegen Einweihung der Beckerhalle gecatert, im Schuljahr 07/08 bei einer Geschäftseröffnung in Karlsbad und bei einem DRK Fest. Zwischendurch richteten wir öfters bei kleineren schulinternen Anlässen, wie zum Beispiel dem Berufsfindungstag, ein Buffett her.

Große Veränderungen bei Platypus haben sich in den letzten zwei Jahren jedoch intern, und für Außenstehende kaum sichtbar ergeben. Innerhalb eines Jahres gab es einen großen personellen Wechsel bei den Mitarbeiterinnen, die im Kiosk verkaufen. Von den vier Stellen im Kiosk wurden zwei neu besetzt, eine davon sogar zweimal. Das bedeutete für uns, Stellen auszuschreiben, Bewerbungen anzuschauen und Bewerbungsgespräche zu führen. Für uns Schüler ist das eine interessante und lehrreiche Erfahrung. Trotzdem sind wir froh, jetzt wieder ein vollständiges Team im Kiosk zu haben, und hoffen auf eine lange Zusammenarbeit.

Doch wir Schüler und Frau Rauschnabel beschäftigen uns nicht nur mit dem „Alltagsgeschäft“, das der Kiosk mit sich bringt. Immer wieder machen wir Unternehmungen als Gruppe und blicken über unseren „Kioskhorizont“ hinaus. In der Vergangenheit waren das beispielsweise die Besuche auf der Messe für junge Existenzgründer und der Besuche einer Unternehmerin, die aus ihren Erfahrungen in einer von Männern dominierten Wirtschaft erzählte. Auch in den letzten Jahren war es uns wichtig, Unternehmungen als Gruppe zu machen.

In der Nähe von Freiburg nahmen wir an einem mehrtägigen Wirtschaftsseminar teil. Wir beschäftigten uns dabei mit grundlegenden Wirtschaftstheorien, die wir immer wieder am Beispiel unseres Kiosks abklopfen konnten. Im Schuljahr 2008/09 fuhren wir nach Stuttgart, dort hatten wir zwei Tage Zeit, und weiterführende Gedanken zu unserem Unternehmen zu machen, und neue Konzepte zu entwickeln. Gegen Ende des Schuljahres besuchten wir ein Knigge-Seminar, das uns sicherlich auch für unseren Cateringservice zugute kommt.

Anfang des Schuljahres 2009/10 führte uns unser Weg wieder nach Stuttgart, wo wir nach erfolgreicher Bewerbung mit der Projektidee einer ambitionierten Erweiterung unseres Catering-Ressorts als eines von sechs nun geförderten Projekten schulischen Rahmens an der Kick-off Veranstaltung des Würth Bildungspreises teilnahmen. Damit befindet sich unser innovatives Vorhaben in Konkurrenz mit den fünf weiteren Ökonomie-Projekten um den am Ende des Schuljahres verliehenen Würth Bildungspreis.

Mit  der erfolgreichen Bewerbung einhergehend, haben wir uns um Zulauf bemüht, um dem Projekt auch mit entsprechenden Kapazitäten begegnen zu können.

Im Schuljahr 2010/11 wurde das Engagement der Schülerfirma im Zuge des Würth Bildungspreises 2010 belohnt, Platypus-Catering erringt den dritten Platz! Am 20.10.10 reiste das Platypus-Team nach Stuttgart, um dort im Weißen Saal des Neuen Schlosses aus den Händen Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würths den bronzenen Oscar-Fasty und einen Scheck in Höhe von 2000 € überreicht zu bekommen.

Im Schuljahr 2011/12 erfolgte ein Führungswechsel: Frau Rauschnabel übergab die Leitung der Schülerfirma Platypus an Herrn Dr. Markus Thomae.

Und im Schuljahr 2012/13 wurden wir für eine erfolgreiche Teilnahme am Kochwettbewerb der AOK auf der Slow-Food-Messe mit einer Goldmedaille belohnt.

 

Eine Geschichte, die von zukünftigen Schülergenerationen weitergeschrieben werden wird.