Stiftung „Pro Politik“ vergibt Preise an gesellschaftlich engagierte Schüler

Ettlingen. Ein Samstagvormittag im Hochsommer. Vergleichsweise früh – viertel nach neun – strebt eine beträchtliche Zahl junger, meist chic gekleideter Leute ins Ettlinger Schloss, Asamsaal. Sie alle haben denselben Grund, denn sie haben einen Preis gewonnen, den die Stiftung „Pro Politik“ seit Jahren vergibt.

Es ist eine ansprechende Veranstaltung, in der die Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet werden. Es gibt einen Buchgutschein, vor allem aber öffentliche Wertschätzung des Engagements, das die jungen Leute bringen. Das machten sowohl Landrat Christoph Schnaudigel als Vorsitzender der Stiftung wie Marxzells Bürgermeisterin Sabrina Eisele als Festrednerin deutlich. Alle Preisträger, so der Landrat, sind mit ihrem gesellschaftlichen  Engagement „Beispiel gebend“. Interesse am politischen Geschehen sowie gute Noten in den entsprechenden Fächern werden vorausgesetzt. Insgesamt wurden zehn Einzel- und drei Gruppenpreise vergeben.

„Mitmischen – aufmischen“ hatte Sabrina Eisele ihren Vortrag überschrieben, in dem sie  Jugendbeteiligung als Erfolgsfaktor einer zukunftsfähigen Kommunalpolitik bezeichnete. Sie machte deutlich, dass „Beteiligung zu einer Demokratie gehört“ und diese eben vom Mitmachen lebe. Aus ihrer Sicht ist es „dringend“, die Jugend möglichst früh mit diesem Thema zu beschäftigen – und sei es in Form des Rathausbesuchs einer Grundschulklasse, um die man sich altersadäquat kümmert. Sie könne verstehen, machte Eisele deutlich, wenn sich Jugendliche mit dem Thema Politik schwer täten. Böten die Parteien doch vielfach eine Ausrichtung in Richtung „50 plus“ und keine attraktiven Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen. Hinzu komme das geringe Vertrauen der Jugend in die Politik. So sei es letztlich eine wichtige Aufgabe, die Jugend zu demokratischen Prozessen hinzuführen, was auch bedinge, „die Gremienarbeit attraktiver zu machen“.

Zuvor hatte Bürgermeister Thomas Fedrow als „Hausherr“ in Ettlingen die jungen Leute dazu aufgerufen, „kritisch und aufgeschlossen“ zu bleiben und „gegen Ungerechtigkeiten“ zu kämpfen.

Sämtliche Preisträger – gleich ob Hauptschule, Realschule oder Gymnasium – beeindrucken nicht nur mit ihren schulischen Ergebnissen. Alle sind gesellschaftlich breit aufgestellt: Klassensprecher, Schulsprecher, Sporttrainer, kirchliche Jugendarbeit, Engagement in politischen Parteien, Projektarbeit, Veranstaltungsorganisation – alle bringen sich in einer weit überdurchschnittlichen Weise ein, die „Pro Politik“ auch in diesem Jahr würdigt. Die drei Gruppenpreise mit den Themen „sozial“, „Wirtschaft“ und „Nachhaltigkeit“ anerkennen beispielhafte Projekte, darunter das der Schwarzwaldschule, einer sonderpädagogischen Einrichtung in Ittersbach, deren Schüler eigenständig den gesamten Mittagstisch organisieren. Die Preise übergaben Landrat Schnaudigel und Stiftung-Geschäftsführerin Silvia Rottenecker, deren Kollege Christoph Ochs eingangs erläutert hatte, dass der Preis „Pro Politik“ in Zeiten von „fake news“ vielleicht noch wichtiger sei als in den Gründerjahren der Stiftung.

Mit Diana Räuber von der Ettlinger Musikschule sorgte eine talentierte junge Musikerin für den rechten Ton bei der Preisfeier.

Stiftung Pro Politik 2017 07 08
Die Preisträger vom Gymnasium Karlsbad mit Landrat Schnaudigel, Stiftung-Geschäftsführerin
Silvia Rottenecker, Schulleiter Christian Wehrle und Wolfgang Jörlitschka

Die Stiftung „Pro Politik“ ist eine gemeinnützige Stiftung. Sie zeichnet Jahr für Jahr Schülerinnen und Schüler aus, die sich neben sehr guten schulischen Leistungen auch durch herausragendes gesellschaftliches, kirchliches, politisches, soziales oder unternehmerisches Engagement verdient gemacht haben. Die Gründung der Stiftung datiert zurück ins Jahr 1993. Das Tätigkeitsgebiet der Stiftung erstreckt sich laut ihrer Internetseite auf den kompletten südlichen Landkreis Karlsruhe und somit auf die Städte und Gemeinden Rheinstetten, Ettlingen, Waldbronn, Karlsbad, Malsch und Marxzell sowie nördlich von Karlsruhe auf die Städte und Gemeinden Stutensee, Weingarten, Walzbachtal und Pfinztal. madl

BNN-Redaktionsmitglied Matthias Kuld
Mit freundlicher Genehmigung der BNN